| 2026-02-11 | |
Ein grosser Philosoph der Aufklärung hatte bemerkt, dass Toleranz „noch nie einen Bürgerkrieg angezettelt hat, Intoleranz aber überall Blutvergiessen verursacht hat.“(1) Es ist in der Tat nicht schwer zu erkennen, wie viel blutige Kriege der Zelotismus (laut dwds.de „religiöser Fanatismus“, zu dem man noch ideologischen Fanatismus oder Übereifer hinzufügen könnte) verursacht hat, wie beispielsweise die Kriege zwischen Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert oder heutzutage in so vielen Kriegen auf der ganzen Welt. Es ist jedoch nicht möglich, über dieses Thema zu sprechen, ohne sein Gegenteil zu erwähnen, nämlich die Freizügigkeit, die darin besteht, Verhaltensweisen zu akzeptieren, die gesetzlich verboten oder moralisch verpönt sind und unweigerlich zum Zerfall der Gesellschaft führen.
Es scheint offensichtlich, dass sich Extreme in einem Teufelskreis gegenseitig verstärken: Je mehr der Eiferer versucht, alles zu verbieten, was von seinem Dogma abweichen könnte, desto mehr proklamieren die Protestierenden, dass Verbote verboten sind. So hat 1968 die Unterdrückung eine rebellische Ideologie gestärkt, die schliesslich die Ehe zugunsten der „freien Liebe” und die Arbeit zugunsten der „Freizeit” ablehnte.
Und doch hatte der amerikanische Philosoph L. Ron Hubbard bereits zwölf Jahre vor diesen Ereignissen festgestellt, dass „ein unglücklicher Mensch jemand ist, der ständig darüber nachdenkt, wie er frei werden kann. Man sieht das bei einem Büroangestellten, der ständig versucht, der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Obwohl er eine große Menge Freizeit hat, kann er sich überhaupt nicht daran erfreuen. Er versucht, den Kontakt mit Leuten, Gegenständen, Energien und Räumen zu vermeiden. Schließlich wird er in einer Art Lethargie gefangen. […] Jemand, der ständig plant, wie er ‚Sachen entkommen kann‘, wird sich schließlich elend fühlen. Jemand, der plant, wie er in ‚Sachen einsteigen‘ kann, hat eine viel bessere Chance, glücklich zu werden.“(2)
Die Radikalisierung, die die einen dazu veranlasst, die Zensur von Ideen zu verstärken, scheint daher die anderen dazu zu veranlassen, sich in einer immer radikaleren Ablehnung der Normen, die den sozialen Zusammenhalt aufrechterhalten, zu verschliessen, in einer Pendelbewegung, die sich nach und nach verstärken kann, bis sie ausser Kontrolle gerät und die Gesellschaft ins Chaos stürzt.
Die Antwort liegt eindeutig nicht in den Extremen. Aber wo sollte dann der goldene Mittelweg liegen? In seiner Enzyklopädie gab Diderot folgenden Rat: „Respektieren Sie unantastbar die Rechte des Gewissens in allem, was die Gesellschaft nicht stört. Spekulative Irrtümer sind für den Staat gleichgültig […]: Verschlimmert also nicht ein unvermeidliches Übel, indem ihr Feuer und Schwert einsetzt, um es auszurotten; bestraft Verbrechen; habt Mitleid mit Irrtümern und gebt der Wahrheit niemals andere Waffen als Sanftmut, Vorbild und Überzeugungskraft.“(3)
L. Ron Hubbard gab denselben Ratschlag in seinem Werk Der Weg zum Glücklichsein: „Auf dem Grundstein der Toleranz lassen sich gute menschliche Beziehungen aufbauen.“(4) Er fuhr so fort: „Der sicherste Ratschlag, den man jemandem auf diesem Gebiet erteilen könnte, ist der, welcher einfach das Recht betont, sich frei für einen Glauben zu entscheiden. Es steht einem frei, seine eigenen Überzeugungen anderen mitzuteilen, sodass diese sich ihnen anschließen können. Gefährlich wird es, wenn man die Überzeugungen anderer anzugreifen versucht, schlimmer noch, wenn man andere wegen ihrer religiösen Überzeugungen angreift oder zu schädigen sucht.“(5)
Und er schloss mit diesen Worten: „Auf dem Weg zum Glücklichsein kann es zu Streitigkeiten kommen, wenn man die religiösen Überzeugungen anderer nicht respektiert.“(6)
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[1] Voltaire, Über die Toleranz (übersetzt durch ChatGPT dieses Textauszuges von Traité sur la tolérance, 1763, Bibliothèque nationale de France, département Réserve des livres rares, p. 40).
[2] L. Ron Hubbard, Scientology: Die Grundlagen des Denkens, S. 59-60.
[3] Diderots Enzyklopädie, Artikel „Toleranz“ (übersetzt durch DeepL).
[4] L. Ron Hubbard, Der Weg zum Glücklichsein, S. 151.
[5] Ebd., S. 155.
[6] Ebd., S. 156.